Einstellungen von Studierenden unterschiedlicher Studienfächer zu Entscheidungen am Lebensende – eine Pilotstudie an einer Universität in Deutschland

Stiel S, Daemberg K, Matejek M, Pianta T, Voltz R, Ostgathe C (2011)


Publication Type: Journal article

Publication year: 2011

Journal

Original Authors: S. Stiel, K. Daemberg, M. Matejek, T. Pianta, R. Voltz, C. Ostgathe

Book Volume: 12

Pages Range: 271-278

Issue: 06

Journal Issue: 6

DOI: 10.1055/s-0031-1276930

Abstract

Einleitung Ergebnisse von aktuellen Befragungen bezüglich Wissen und Einstellungen zu Entscheidungen am Lebensende zeigen national und international immer wieder sehr heterogene Ergebnisse. Unklar ist inwieweit hierbei z. B. das Studienfach Einfluss auf Einstellungen von Studierenden haben kann. Daher wurde an der Universität zu Köln eine Pilotstudie durchgeführt. Methode Jeweils nach einer Hauptvorlesung der Humanmedizin, Rechtswissenschaften und Theologie an der Universität zu Köln wurden im Jahr 2006 Studierende anonym befragt. Es galt in einem Fragebogen 9 inhaltliche Szenarien zum Themenkreis Entscheidungen am Lebensende mit dem persönlichen Grad der Zustimmung oder Ablehnung der Situation auf einer Ordinalskala zu beantworten. Häufigkeiten der Antwortkategorien, deskriptive Statistiken und Unterschiede zwischen Studienfächern mit χ²-Statistiken (p < 0,05) wurden berechnet. Ergebnisse Ärztlich assistierten Suizid bei unheilbar kranken Patienten befürworteten zwischen 64,7 % und 66,2 % der befragten Studierenden aller Fachrichtungen. Signifikante Gruppenunterschiede (p < 0,05) fanden sich zwischen 14 % der Juristen vs. 35,7 % der Mediziner, die angaben, Tötung auf Verlangen auf Patientenwunsch abzulehnen und 29,1 vs. 46,0 % auf den Wunsch von Angehörigen hin. Behandlungsabbruch bei einem unumkehrbaren Zustand unheilbarer Patienten lehnten signifikant weniger Mediziner (29,7 %) als Theologen (52,8 %) oder Juristen (54,7 %) ab (p < 0,05). Palliative Sedierung bei Schwerstkranken befürworteten insgesamt 49,3 % der Befragten und 39,6 % im eigenen Krankheitsfall. Schlussfolgerung Die Autoren vermuten eine spezifische Sozialisation von Medizinstudierenden, welche auf das eigene zukünftige ärztliche Handeln ausgerichtet ist und daher Unterschiede im Antwortverhalten zu anderen Studienfächern sichtbar macht. In Folgeprojekten soll eine Einbeziehung anderer Standorte erfolgen, um die Ergebnisse zu überprüfen und weitere Einflussfaktoren zu bestimmen. Ein longitudinales Studiendesign soll den Einfluss des Studienfaches weiter beleuchten. Darüber hinaus soll die Bedeutung der unterschiedlichen Beantwortung der Szenarien mit Fremd- vs. Selbstbezug Gegenstand weiterer Untersuchungen werden.

Authors with CRIS profile

Involved external institutions

How to cite

APA:

Stiel, S., Daemberg, K., Matejek, M., Pianta, T., Voltz, R., & Ostgathe, C. (2011). Einstellungen von Studierenden unterschiedlicher Studienfächer zu Entscheidungen am Lebensende – eine Pilotstudie an einer Universität in Deutschland. Zeitschrift für Palliativmedizin, 12(6), 271-278. https://doi.org/10.1055/s-0031-1276930

MLA:

Stiel, Stephanie, et al. "Einstellungen von Studierenden unterschiedlicher Studienfächer zu Entscheidungen am Lebensende – eine Pilotstudie an einer Universität in Deutschland." Zeitschrift für Palliativmedizin 12.6 (2011): 271-278.

BibTeX: Download